Gemüse pflegen im Frühling: Gießen, Mulchen, Düngen & Stützen
Gemüse pflegen heißt im Frühling vor allem: gleichmäßig gießen, den Boden bedeckt halten und die Pflanzen rechtzeitig stützen. Nach diesem Artikel wissen Sie, wie viel Wasser welche Kultur braucht, wann Nachdüngen sinnvoll ist, wie Sie Tomaten und Gurken erziehen und was gegen die häufigsten Schädlinge im April und Mai hilft.
Richtig gießen: seltener, dafür durchdringend
Der häufigste Pflegefehler ist tägliches Gießen in kleinen Mengen. Das Wasser bleibt in den oberen Zentimetern, die Wurzeln bleiben flach und die Pflanzen leiden beim ersten heißen Tag. Besser ist es, 2- bis 3-mal pro Woche durchdringend zu gießen, sodass das Wasser 15–20 cm tief in den Boden kommt.
| Kultur | Wasserbedarf pro Woche | Hinweis |
|---|---|---|
| Tomaten, Gurken, Zucchini | 10–20 Liter pro Pflanze | gleichmäßig, sonst platzen Früchte und Blütenendfäule droht |
| Salat, Kohlrabi, Spinat | 10–15 Liter pro m² | Trockenheit führt zu Schossen und holzigen Knollen |
| Karotten, Rote Rüben, Zwiebeln | 5–10 Liter pro m² | zu viel Wasser fördert Platzen und Fäulnis |
| Bohnen, Erbsen | 10 Liter pro m² ab der Blüte | vorher sparsam |
Gegossen wird morgens, direkt an den Wurzelbereich und nicht über die Blätter. Abendliches Gießen lockt Schnecken an, nasse Blätter über Nacht fördern Pilzkrankheiten. Regenwasser ist ideal – wie Sie es sammeln, lesen Sie unter Regenwasser im Garten.
Praxistipp: Im Gewächshaus fällt kein Regen, gleichzeitig verdunstet mehr. Eine Tropfbewässerung mit Zeitschaltuhr gibt jeder Pflanze genau die Menge, die sie braucht, und hält die Blätter trocken – das senkt das Risiko für Braunfäule und Mehltau deutlich.
Mulchen: weniger Gießen, weniger Unkraut
Eine 3–5 cm dicke Mulchschicht aus Rasenschnitt (angetrocknet, nicht frisch und dick), Stroh oder gehäckseltem Laub hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und füttert das Bodenleben. Gemulcht wird erst, wenn der Boden sich im Mai erwärmt hat – zu früh ausgebracht hält der Mulch die Kälte im Boden.
- Gut für: Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Kohl, Lauch, Erdbeeren
- Weniger geeignet: frische Saatreihen und Salat in schneckenreichen Gärten, da Mulch Schnecken Unterschlupf bietet
Nachdüngen: wann und womit
Wer im Frühjahr Kompost eingearbeitet hat (siehe Bodenvorbereitung), muss Mittel- und Schwachzehrer nicht nachdüngen. Starkzehrer brauchen ab der Blüte Nachschub:
- Brennnesseljauche: 1 Teil Jauche auf 10 Teile Wasser, alle 2 Wochen gießen – reich an Stickstoff, ideal für Kohl und Zucchini.
- Beinwelljauche: gleiche Verdünnung, mehr Kalium – gut für Tomaten und Gurken ab dem Fruchtansatz.
- Hornspäne: 30–50 g pro m² im Mai flach einarbeiten, wirken über 3 Monate.
Gelbe untere Blätter bei Tomaten deuten auf Stickstoffmangel, dunkle, eingerollte Blätter eher auf Überdüngung. Im Zweifel weniger düngen – zu viel Stickstoff macht Pflanzen weich und anfällig für Läuse.
Stützen, Ausgeizen, Erziehen
Tomaten
Stabtomaten werden an einer Spirale oder einer Schnur vom Dach des Gewächshauses gezogen und eintriebig erzogen. Die Seitentriebe aus den Blattachseln (Geiztriebe) brechen Sie einmal pro Woche aus, solange sie kürzer als 5 cm sind. Buschtomaten und viele Cocktailsorten werden nicht ausgegeizt.
Gurken
Gewächshausgurken an einer Schnur nach oben leiten, die Seitentriebe nach dem ersten Fruchtansatz und einem Blatt einkürzen. Die ersten Früchte bis 60 cm Stammhöhe entfernen, damit die Pflanze erst Kraft sammelt.
Erbsen und Bohnen
Erbsen brauchen ab 10 cm Höhe Reisig oder ein Netz, Stangenbohnen 2–2,5 m lange Stangen, die vor der Aussaat gesetzt werden.
Praxistipp: Im Gewächshaus bestäuben sich Tomaten nicht so gut wie draußen, weil der Wind fehlt. Klopfen Sie während der Blüte an sonnigen Vormittagen kurz an die Schnüre oder Stäbe – das löst den Pollen und erhöht den Fruchtansatz spürbar.
Schädlinge im Frühling früh erkennen
| Schädling | Erkennen | Was hilft |
|---|---|---|
| Schnecken | Fraßlöcher, Schleimspuren, Keimlinge über Nacht verschwunden | morgens absammeln, Schneckenzaun, Bierfallen nur innerhalb eines Zauns |
| Blattläuse | eingerollte Blätter, klebriger Belag | mit Wasserstrahl abspritzen, Schmierseifenlösung, Nützlinge schonen |
| Erdflöhe | kleine runde Löcher in Rucola, Radieschen, Kohl | Boden feucht halten, Kulturschutznetz |
| Kohlweißling, Gemüsefliegen | Raupen an Kohl, Maden in Karotten und Zwiebeln | Kulturschutznetz direkt nach Saat oder Pflanzung |
Im Gewächshaus kommen ab Mai Weiße Fliege und Spinnmilben dazu. Gelbtafeln zeigen den Befall früh an, regelmäßiges Lüften und eine nicht zu trockene Luft halten Spinnmilben zurück. Mehr dazu im Artikel Gewächshaus reinigen und pflegen.
Diese Wochen im Gewächshaus und im Freiland
- Im Gewächshaus: Ab 25 °C lüften, ab Juni ein Schattiernetz auflegen. Tomaten und Gurken wöchentlich ausgeizen und hochbinden, Tropfbewässerung einrichten.
- Im Freiland: Hacken nach jedem Regen, Mulchen ab Mitte Mai, Kulturschutznetze über Kohl und Karotten, Schnecken in feuchten Nächten kontrollieren.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich Gemüse gießen?
2- bis 3-mal pro Woche durchdringend, bei Hitze über 30 °C täglich. Im Gewächshaus und Hochbeet öfter, da der Boden schneller austrocknet.
Soll man Tomaten ausgeizen?
Stabtomaten ja, einmal pro Woche. Buschtomaten und die meisten kleinfrüchtigen Sorten nicht – sie tragen an den Seitentrieben.
Ist Rasenschnitt als Mulch geeignet?
Ja, angetrocknet und in dünnen Schichten bis 3 cm. Dicke, frische Schichten faulen und locken Fliegen an.
Was hilft wirklich gegen Schnecken?
Eine Kombination aus Schneckenzaun, morgendlichem Absammeln und Gießen am Morgen statt am Abend. Hochbeete mit glatten Metallwänden sind deutlich weniger betroffen.
Gut gepflegte Pflanzen liefern ab Mai die ersten Ernten – wie und wann, steht in Ernte im Frühling. Für gleichmäßige Wasserversorgung ohne tägliches Gießen finden Sie bei WillowPlant passende Systeme im Bereich Bewässerung.
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