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Wintersalate im Gewächshaus: Anbau im November & Winter

Wintersalate im Gewächshaus: Anbau im November & Winter

 

Wenn Anfang November die letzten Tomaten abgeräumt sind, steht das Beet im Gewächshaus leer und die Sonne steht schon tief. Genau jetzt lohnt es sich, den Platz für Wintersalate im Gewächshaus zu nutzen. Nach diesem Artikel wissen Sie, welche Sorten Frost vertragen, was im November noch möglich ist und wie Sie Ihre Salate bis Februar gesund halten.

Wintersalate im Gewächshaus: Welche Sorten wachsen bei Frost?

Nicht jeder Salat kommt mit Kälte und kurzen Tagen zurecht. Kopfsalat bleibt im Winter ein Sorgenkind, robuste Blattsalate und Rosettenpflanzen dagegen wachsen auch bei niedrigen Temperaturen weiter, wenn auch langsam. Die Frosthärte gilt für Pflanzen, die vor dem Frost gut eingewurzelt waren. Im Gewächshaus kommt der Schutz vor Wind und Nässe dazu.

SalatAussaat oder PflanzungFrosthärte (ungefähr)Ernte
FeldsalatAugust bis Anfang Novemberbis etwa -15 °CNovember bis März
Winterportulak (Claytonie)September bis Anfang Novemberbis etwa -10 °CDezember bis März
Spinat (Winterspinat)September bis Anfang Novemberbis etwa -10 °CNovember bis April
Asia-Salate (Mizuna, Senfblatt, Pak Choi)bis Mitte Oktoberbis etwa -5 °CNovember bis Jänner
Rucolabis Anfang Oktoberbis etwa -5 °CNovember bis Dezember
Zuckerhut und RadicchioPflanzung bis Ende Septemberbis etwa -5 °CNovember bis Jänner

Die Temperaturen sind Richtwerte und hängen von Sorte, Standort und Feuchtigkeit ab. Feuchte Kälte schadet den Pflanzen mehr als trockener Frost.

Diese Wochen im Gewächshaus und im Freiland

Im Gewächshaus liegt die Temperatur nachts meist nur wenige Grad über dem Freiland. Der Vorteil liegt woanders: Regen, Schnee und Wind bleiben draußen, die Blätter bleiben sauber und die Mittagssonne erwärmt den Raum auf 8–15 °C, auch bei klarem Frost.

Anfang bis Mitte November

Im Gewächshaus können Sie jetzt noch Feldsalat und Spinat direkt säen. Winterportulak gelingt in milden Lagen wie dem Grazer Becken noch bis Anfang November. Im Freiland ist der Boden meist noch offen, aber die Keimung wird zäh. Alles, was Sie jetzt säen, überwintert als kleine Pflanze und wächst erst ab Februar kräftig weiter.

Ende November bis Dezember

Die Tage sind nun kürzer als 9 Stunden, das Wachstum kommt fast zum Stillstand. Jetzt wird geerntet, was schon steht, und nur noch gepflegt: lüften, Welkes entfernen, sparsam gießen. Neue Aussaaten bringen jetzt keinen Ertrag mehr. Im Freiland braucht Feldsalat bei Dauerfrost ein Vlies oder eine Abdeckung.

Jänner und Februar

Ab Mitte Februar steigt die Lichtmenge spürbar. Feldsalat, Spinat und Portulak treiben wieder an, und im Gewächshaus ist oft schon eine zweite Ernte möglich, während draußen noch Schnee liegt. Im Alpenvorland und in höheren Lagen verschiebt sich das um zwei bis drei Wochen nach hinten, in Norddeutschland ist es milder, aber feuchter.

Wie bereiten Sie das Beet im November vor?

Räumen Sie Pflanzenreste vollständig ab, denn auf liegengebliebenem Laub breitet sich im Winter schnell Grauschimmel aus. Lockern Sie den Boden mit der Grabgabel etwa 15 cm tief und harken Sie die Fläche fein. Feldsalat braucht ein feinkrümeliges, leicht festgedrücktes Saatbett.

  • Reihenabstand Feldsalat: 10–15 cm, Saattiefe 1–2 cm
  • Reihenabstand Spinat: 20 cm, Saattiefe 2–3 cm
  • Winterportulak: 10 cm Reihenabstand, nur andrücken und dünn bedecken

Düngen Sie sparsam. Salate reichern bei wenig Licht viel Nitrat in den Blättern an, daher genügt eine dünne Schicht reifer Kompost von höchstens 2 l pro Quadratmeter. Mehr zur Bodenpflege in der kalten Jahreszeit finden Sie im Artikel Boden im Winter verbessern: Kompost, Mulch und Gründüngung.

Praxistipp: Feldsalat keimt bei 10–15 °C am zuverlässigsten. Wird es im Gewächshaus tagsüber wärmer als 20 °C, lüften Sie kräftig oder säen Sie in den kühlen Abendstunden und gießen den Boden vorher gut an.

Wie schützen Sie Wintersalate vor Frost und Nässe?

Der wichtigste Grundsatz lautet: trocken halten und lüften. Gießen Sie nur am Vormittag und nur, wenn die oberste Bodenschicht trocken ist, im Dezember und Jänner oft nur alle zwei bis drei Wochen. Lüften Sie an Tagen über 5 °C mindestens eine Stunde, damit die Luftfeuchte sinkt.

  • Vlies: Ein Vlies mit 17–30 g pro Quadratmeter gibt bei Frost etwa 2–4 °C Schutz. Legen Sie es lose über die Pflanzen und nehmen Sie es bei Milderung wieder ab.
  • Frühbeet im Gewächshaus: Ein kleiner Tunnel oder ein Frühbeetkasten im Gewächshaus schafft eine zweite Schutzschicht für sehr kalte Nächte unter -10 °C.
  • Schnecken und Mäuse: Auch im Winter aktiv. Kontrollieren Sie an milden Tagen die Blattunterseiten und den Rand des Beetes.

Eine Heizung ist für Wintersalate nicht nötig. Bei Dauerfrost unter -10 °C können Blätter dennoch absterben, die Wurzeln treiben im Frühjahr oft wieder aus. Wie Sie Pflanzen, Gewächshaus und Beete insgesamt schützen, lesen Sie in Pflanzen im Winter schützen: Beet, Gewächshaus und Hochbeet. Gegen Pilze und Schädlinge hilft die Vorsorge aus dem Artikel Schädlinge im Herbst vorbeugen.

Wann und wie ernten Sie Wintersalate?

Ernten Sie am späten Vormittag, wenn die Blätter aufgetaut und abgetrocknet sind. Gefrorene Blätter brechen leicht und faulen danach. Bei Feldsalat schneiden Sie die ganze Rosette knapp über der Wurzel ab, bei Winterportulak, Mizuna und Spinat pflücken Sie nur die äußeren Blätter und lassen das Herz stehen. So wachsen die Pflanzen nach und liefern über mehrere Wochen.

Praxistipp: Schneiden Sie nur so viel, wie Sie in den nächsten zwei bis drei Tagen verbrauchen. Wintersalate wachsen langsam nach, eine Menge von etwa einer Handvoll pro Pflanze und Woche ist ein guter Richtwert. Weitere Sorten für die kalte Jahreszeit finden Sie in Wintergemüse ernten im Dezember: Sorten, Frost und Lagerung.

Häufige Fragen

Kann ich im November noch Salat im Gewächshaus säen?

Ja, aber nur Feldsalat, Spinat und mit Einschränkung Winterportulak. Die Pflanzen bleiben bis Februar klein und liefern dann ab Ende Februar oder März die erste Ernte. Alle anderen Salate sollten Sie bis Mitte Oktober gesät oder gepflanzt haben.

Brauche ich ein beheiztes Gewächshaus für Wintersalate?

Nein. Die genannten Sorten vertragen Frost, solange die Pflanzen trocken stehen. Ein ungeheiztes Gewächshaus mit Polycarbonat, Glas oder doppelter Folie genügt. Eine Heizung brauchen Sie nur für empfindliche Kulturen.

Warum werden die Blätter im Winter gelb oder faulen?

Meist liegt es an zu hoher Feuchtigkeit und mangelndem Luftaustausch. Gießen Sie weniger, lüften Sie häufiger und entfernen Sie welke Blätter sofort. Auch zu dichte Saat fördert Pilzbefall, vereinzeln Sie bei Spinat auf etwa 10 cm Abstand.

Wie viel Licht brauchen Wintersalate?

Bei weniger als 8 Stunden Tageslicht stellen die meisten Pflanzen das Wachstum ein. Sie zehren dann von ihrer Substanz und können geerntet werden. Reinigen Sie die Scheiben oder die Folie vor dem Winter, damit möglichst viel Licht ankommt.

Wintersalate im Gewächshaus bringen im November und Winter frisches Grün auf den Tisch und halten das Beet bis zum Frühjahr in Nutzung. Damit die Ernte klappt, sollten Sie Scheiben und Beet vorher sauber halten, die Checkliste dazu finden Sie in Gewächshaus reinigen und pflegen. Wenn Sie über ein eigenes Gewächshaus oder ein zusätzliches Frühbeet nachdenken, finden Sie bei WillowPlant passende Modelle in verschiedenen Größen.

 

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